|
Satanismus
II
Die Faszination des Bösen...
Definition, Begriff
-
Wir haben festgestellt, Satanismus
ist keine Fiktion. Doch als was kann ich Satanismus verstehen,
was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Satanismus ist nicht nur
die Bezeichnung für jegliche Verherrlichung und Verehrung Satans
als dem widergöttlichen Prinzip, sondern unter diesem Begriff
werden viele verschiedene Kulte zusammengeworfen. Oft wird
Satanismus verknüpft mit Praktiken der Alchemie und der
schwarzen
Magie . Immer wieder hört man von schwarzen Messen mit obszönen
Riten und blutrünstigen Perversionen. In der jüngeren
Vergangenheit auch wieder von Mord im Zusammenhang mit Satanismus.
Geschichte des Satanismus
-
In der Geschichte der Menschheit haben immer wieder
die Verehrung von guten wie bösen "Mächten" eine Rolle
gespielt. So verkündete ca. 600 v. Chr. Zarathustra in Persien die
Lehre eines guten und eines bösen Geistes. Doch nicht nur die
Perser hatten ein solches dualistisches Weltbild, sondern auch die
Völker um Israel.
-
Bei der Erwähnung "Satans"
(hebr.
wie Widersacher, Ankläger) in biblischen Texten handelt es sich
aber nicht um die böse Macht einer zweiteiligen Weltsicht, sondern
um den Verführer des Menschen, der zugleich als dessen Ankläger
auftritt. Er verklagt die Menschen vor Gott. Auch wenn wir Satan in
den alttestamentlichen Texten als den Widersacher der Menschen und
als Gottes Widersacher sehen können, so wird letztlich die
Oberhoheit Gottes nie in Frage gestellt. Im Neuen Testament wird die
Macht Satans als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Sie taucht
als satanische Verführung zur Sünde und dämonische Besessenheit
auf. Auch die Existenz von Dämonen wird von der Bibel nicht
geleugnet.
-
Die
ersten nachweisbaren schwarzen
Messen fanden im Frankreich Ludwigs XIV. statt. Diese Messen wurden von
geweihten Priestern auf den Körpern nackter Frauen gelesen. Dabei kam es auch zu
sexuellen Handlungen und zu Blutopfern. Nach Aussagen der Angeklagten sollen neben
Tieren, auch Totgeburten, abgetriebene Kinder und Säuglinge geopfert worden sein.
1679 ließ der Pariser Polizeipräfekt Nicolas de la Reynie einen solchen Zirkel
auffliegen. Die Angelegenheit wurde unter dem Namen "Montespan-Affäre"
bekannt, benannt nach einem der Hauptangeklagten, Marquise de Montespan. Während
der Prozesse waren weder Folter noch Suggestivfragen zugelassen. Man kann also davon
ausgehen, dass die Wahrheit gesagt wurde ( vgl. auch W. F. Bonin "Lexikon der
Parapsychologie" 1988).
-
Aleister
Crowley bezeichnete Satan als siegreichen Rebell und nicht als gefallenen Engel. Man
kann seine Lehre als neugnostisch
bezeichen. Sie legt ihren Schwerpunkt auf grenzenlose Lusterfahrung und erklärt den
biologischen Lebensdrang als höchstes Urprinzip. Crowley selbst bezeichnet sich als
Wiedergeburt Satans, nachdem er einen Frosch mit dem Namen Jesus gekreuzigt
hatte. Interessant ist, dass L. Ron Hubbard (Gründer der "Scientologie-Kirche")
1945 beim kalifornischen Ableger des Crowley-Ordens O. T. O. auftauchte und an
sexualmagischen Experimenten teilnahm.
-
Anton
Szandor La Vey ist ein weiterer prägender Vertreter des modernen Satanismus. Er
gründete am 30. April 1966, während der Walpurgisnacht, die kalifornische "Church
of Satan" ( Kirche Satans ). Diese "Kirche" praktiziert einen
blut- und drogenarmen Satanismus. Crowleys Maxime "Tu`, was du willst"
wurde hier zum "Mach`, was dir gefällt" modifiziert. Zu dieser
Gruppierung, die in Kalifornien immerhin offiziell als Religion anerkannt wird,
gehören auch Nazi-Rituale (siehe auch: Problemzonen
- «Das Flackern der Schwarzen Sonne»).
|